Willkommen auf der Homepage der 

Regionalgruppe Neckaralb

Deutsche Olympische Gesellschaft (D.O.G.) e.V.​

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auf unserer Homepage:

Der

eigentliche 

Sinn

olympischer

Spiele

der Neuzeit

Gesehen im Jahr 2018 in der Fußgänger-Zone am Mohrenplatz in Garmisch-Partenkirchen.

Der einheimische Künstler York Beermann hatte im Jahr 2011 für die schließlich erfolglose Bewerbung Garmisch-Partenkirchens um die Austragung der Olympischen Winterspiele 2022 diese Skulptur aus einem Lindenholz-Stamm angefertigt, welche Jahre späte durch Frost und Hitze die Olympischen Ringe platzen ließ.

Die Olympischen Spiele der Neuzeit verloren spätestens 1936 ihre politische Unschuld, als sich das Internationale Olympische Komitee durch die nationalsozialistischen Diktatoren hinter´s Licht führen und seine Ideale mißbrauchen ließ. So war es dann auch 1980 in Moskau, 2008 in Peking und 2014 in Sotchi, wie es auch wiederum in Peking 2022 bei den Olympischen Winterspielen sein wird (welche von dort weggenommen und in die neutrale Schweiz verlegt werden sollten (z.B. nach Lausanne, dem Sitz des I.O.C (siehe dort die erfolgreichen Olympischen Jugendspiele 2020). Die grundlegenden Ideen Coubertins können sich mit diktatorischen Machthabern nicht vertragen.

Abb. aus dem sehr instruktiven Ausstellungs-Katalog: 

“75 Jahre Olympische Spiele - die Kehrseite der Medaille”, 2016; hrsg. von und erhältlich bei Stadtverwaltung bzw. Stadtarchiv Garmisch-Partenkirchen,

08821/910-3101.

Siehe hierzu einen virtuellen Rundgang durch die nämliche Ausstellung: 

https://www.google.de/maps/place/Ausstellung+im+Olympia-Skistadion/@47.4822119,11.1176183,3a,75y,321.89h,90t/data=!3m6!1e1!3m4!1sMna78QwGnYAAAAAGOrmQww!2e0!7i13312!8i6656!4m5!3m4!1s0x0:0xa19ac94e08b006dc!8m2!3d47.4821739!4d11.1178822?hl=de

Coubertin bei einem Vortrag anläßlich der IV. Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen vom 6-16.Februar 1936.

Foto: siehe o.a. Katalog.

Pierre de Coubertin  - ein unermüdlicher Sport- und Menschenfreund, 

im Schatten von Politikern und Funktionären

... schrieb nach Studium der Kunst, Geschichte und Rechtswissenschaften an der Universität Sorbonne in Paris in seinem Leben (1863-1937) mehr als neunzig Bücher allgemein historischen und pädagogischen Inhaltes.

Da war es fast zwangsläufig, daß er vor allem bei pädagogischen Themen, die er entwickelte und über die er nachdachte, im Verlauf seines Lebens immer wieder zu neuen Gedanken kam und sich dabei teilweise auch widersprochen hat.

Wer wie Coubertin über die olympische Bewegung als "Religion der Athleten" spricht, braucht sich nicht zu wundern, daß er diesen damit mehr verspricht, als diese halten kann, und unerfüllbare Versprechungen macht, für die es sich scheinbar lohnt, alles zu geben und zu leisten - auch mit Dopingmitteln oder unfairen Verhaltensweisen. 


Doch ´Zeus` - zu dessen Ehren sich einst im antiken Griechenland männliche Athleten am Fuß des Olymp-Gebirges trafen, um dem Göttervater zu huldigen - ist tot. Wir Menschen brauchen nicht mehr irgendwelche Götter zu befriedigen oder ihnen mit dem Rauch aus der Verbrennung von Tieren oder gar Menschen zu opfern, damit sie uns gnädig gestimmt sind, seitdem Jesus auf die Erde gekommen ist, damit Gott zu den Menschen, und nicht die Menschen zu Gott, welcher sich in seinem Sohn am Kreuz für uns als Opfer gegeben, und nicht wir für ihn - eine unaussprechliche Gnade des Schöpfers von uns Menschen.

In diesem Geist dürfen wir nun auch Sport treiben. Befreit, indem wir zwar gewinnen können und wollen, aber auch verlieren dürfen und können sollten, denn Gott hat uns so oder so angenommen. 

Der Coubertin zugesprochene Satz ´Teilnehmen ist alles` drückt dies aus dem Mund des Schöpfers der modernen Olympischen Spiele noch am besten aus.


Und freilich: In dem von ihm kurz vor Beginn des 1.Weltkriegs entworfenen Zeichen der fünf ineinander verschlungenen Ringe verdeutlicht er den größten Nutzen seines Projekts und seiner Idee, daß sich Menschen aller Nationen und jeder Hauptfarbe alle vier Jahre in friedlichem Wettstreit sportlich messen.

Die Idee eines Nationenwertung war übrigens nie Sache Coubertins und wird bis heute vom Internationalen Olympischen Komitee (I.O.C.) offiziell nicht anerkannt - sondern taugte und wirkt bis heute als Marketing-Gag der Medien und der Presse.


Pierre de Coubertin opferte fast sein gesamtes privates finanzielles Vermögen, um die Idee von der Wiederbelebung der Olympischen Spiele der Antike als sportliches, pädagogisches und Friedens-Objekt für die Neuzeit umzusetzen, während er von seiner eigenen Familie dabei wenig Unterstützung erfuhr.

Ein Glücksfall war für ihn, als ihm im Jahr 1915 die Stadtverwaltung Lausanne in der politisch neutralen Schweiz das in ihrem Eigentum sich befindende Chateau de Vidy am Genfer See als Sitz des Internationalen Olympischen Komitees (I.O.C.) zur Verfügung stellte, bis heute zur Miete.


“Was man dem Sport vorwirft, läßt sich auf drei Beschwerden zurückführen:

- Physische Überanstrengung

- Beitrag zu geistigem Rückschritt

- Ausbreitung von Krämergeist und Gewinnsucht.

Man kann das Vorhandensein dieser Übel nicht leugnen. Aber dafür sind die Sportler nicht verantwortlich.

Die Schuldigen sind die Eltern, die Lehrmeister, die staatlichen Stellen

und dazu noch die Verbandsleiter und die Presse.

Rettungsmaßnahmen, die sich anbieten, sind die folgenden:

Feststellung einer eindeutigen Unterscheidung zwischen Körperkultur und Sporterziehung einerseits, Sporterziehung und Wettbewerb andererseits.

…Damit hundert sich der Körperkultur widmen, müssen fünfzig Sport treiben. Damit fünfzig Sport treiben, müssen sich zwanzig spezialisieren. Damit sich zwanzig spezialisieren, müssen fünf sich erstaunlicher Höchstleistungen für fähig erweisen.

Unmöglich da herauszukommen. 

So bleibt der Rekord an der Spitze des großen Sportbaus wie jenes “ewige Axiom”, wovon Twaine* anlässlich 

des Newtonschen Gesetzes (vgl. Grundgesetze der Bewegung, Anm.) spricht. Hoffet nicht, es einzureißen, ohne alles zu zerstören.

Fügt Euch also darein, ihr alle, Anhänger der widernatürlichen Utopie des Maßhaltens, uns fortfahren zu sehen, die Devise in die Praxis umzusetzen, die Pater Didon** einst seinen Schülern gegeben und die zum Wahlspruch des Olympismus geworden ist.: Citius, altius, fortius“ (später als “schneller, höher, weiter“ übersetzt).


(aus: Pierre de Coubertin: Olympische Erinnerungen.

Sportverlag Berlin, o.J. , S.245/246, aus dem französischen Original von 1931, übersetzt von Volker Kluge, 1981).

* Hippolyte Twaine (1828-1893); französischer Geschichts-Philosoph;

**erstmals formuliert von Henri Didon, franz. Dominikanerpater, 1891; meint in französischer Sprache eigentlich: “Schneller, höher, stärker”.


Anm.: Der o.a. Text ist ein treffendes Beispiel dafür, wie unscharf und vieldeutig sich der Begründer 

der modernen Olympischen Spiele manchmal ausgedrückt hat.

Und leider auch darin, was den Amateur-Status eines Sportlers betrifft.


"Laßt uns Ruderer, Läufer, Fechter exportieren, das ist der Freihandel der Zukunft, und an dem Tage, 

wo er in die Sitten des alten Europas eingeführt sein wird, hat die Sache des Friedens einen neuen starken Halt gefunden". 

                              Coubertin am Ende einer Ansprache am 25.November 1892.


“Die Menschen in aller Welt aufzufordern, einander zu lieben,

ist kindisch. Sie aufzufordern, einander zu respektieren,

ist hingegen überhaupt nicht utopisch - aber um sich respektieren

zu können, ist es erst einmal notwendig, dass sie sich kennen lernen.”


(Coubertin, 1934, zitiert aus: Feuer und Flamme, R.Beckmann (Hg.), Das Olympiabuch, Berlin, 2004, S. 44 )



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